Erfahren Sie mehr über die Geschichte des Dampfschiffs und darüber, wie daraus eine neue Mission entstand, die bereits jetzt Schritt für Schritt Realität wird.

Pro Dampfer begann mit einer einfachen Frage: Warum fährt auf dem Untersee und Rhein kein Schaufelraddampfer mehr? Daraus entstand die Vision, ein Schiff zu bauen, das Tradition und moderne Technik verbindet und der Region ein neues Wahrzeichen gibt. Tauchen Sie ein in die Geschichte dieses Projekts.
Mit der Guillaume Tell begann 1823 auf dem Genfersee das Dampfschiff-Zeitalter in der Schweiz. Das Schiff absolviert seine Jungfernfahrt zwischen Lausanne und Genf und markiert den Beginn einer neuen Ära der Mobilität. Güter und Passagiere können fortan schneller, regelmässiger und unabhängiger vom Wind transportiert werden. Dies war ein technologischer Aufbruch, der auch andere Schweizer Gewässer prägen wird.
Mit der württembergischen «Wilhelm» beginnt die eigentliche Dampfschifffahrt auf dem Bodensee. Nach dem gescheiterten Frühversuch der «Stephanie» im Jahr 1818 ist sie das erste funktionstüchtige Dampfschiff der Region. Die neue Technik verändert Handel, Postverkehr und Personenverkehr grundlegend und macht den Bodensee zu einem frühen Schauplatz industrieller Mobilität.
1850 wird in Schaffhausen die Schweizerische Dampfboot-Aktiengesellschaft gegründet. Damit erhält auch die Strecke zwischen Schaffhausen und Konstanz eine eigene organisatorische Basis. Die Schiffe verkehren auf Rhein, Untersee und teils auch auf dem Obersee. Damit wird die Dampfschifffahrt nicht nur touristisch interessant, sondern zu einem festen Bestandteil regionaler Verbindung und Entwicklung.
Am 24. Mai 1967 legt die «DS Schaffhausen» ein letztes Mal ab – auf ihrer Fahrt zum Abwracken nach Romanshorn. Mit ihr verschwindet der letzte Schaufelraddampfer auf Untersee und Rhein. Das Schiff war 44,5 Meter lang, über die Radkästen 9,3 Meter breit und ausgelegt für 400 Personen. Das Ende bleibt emotional bis heute präsent, weil mit dem Schiff ein Stück regionaler Identität, lebendiger Schiffskultur und ein Tourismus-Argument verloren ging.
Mit der Gründung des Vereins Pro Dampfer in Stein am Rhein beginnt ein neues Kapitel. Aus der Erinnerung an die verlorene Dampfschifftradition entsteht eine konkrete Mission: einen neuen Schaufelraddampfer für Untersee und Rhein zu ermöglichen. Der Verein legt damit den Grundstein für das heutige Projekt und mobilisiert von Beginn an Fachwissen, Öffentlichkeit und eine wachsende Unterstützerbasis.
Seit 2012 wird aus einer Idee Schritt für Schritt ein umsetzbares Projekt – von ersten Machbarkeitsstudien bis zur konkreten Planung. Wir stehen an einem Punkt, an dem die Umsetzung greifbar wird.